GEISTLICHE CANTATEN BAND 2
Christian Pezold (1677-1733)
«Meine Seufftzer meine Klagen» (Editio
Princeps)
Kantate zum 13. Sonntag nach Trinitatis
für Soli (CATB), [Chor (CATB)],
[Flöte], 2 Oboen, 2 Violinen, 2 Violen und Basso
Continuo
Text: Erdmann Neumeister
Aufführungsdauer: ca. 15 Minuten
herausgegeben von Cosimo Stawiarski
ca. 32 Seiten Notenteil, 3 Seiten Kritischer Bericht
Erscheint in der 2. Jahreshälfte 2009
Wenngleich der Komponist
Christian Pezold heutzutage kaum jemandem mehr ein
Begriff ist, so kennen doch vermutlich die meisten zwei
seiner Werke, die Johann Sebastian Bach ohne
Autorenangabe in das Notenbüchlein für Anna Magdalena
übernahm: die Menuette BWV Anh. 114 und 115. Es wäre
natürlich vermessen, aufgrund dieser Werke Schlüsse
bezüglich der musikalischen Qualitäten dieses einst so
berühmten Musikers zu ziehen, wurde er doch von Mattheson
in seinem «Vollkommenen Capellmeister» zu den
berühmtesten Orgelspielern und von Ernst Ludwig Gerber
noch Jahrzehnte nach seinem Tod zu den «gefälligsten
Kichenkomponisten der Zeit» gezählt.
Die Zahl der überlieferten Werke Pezolds ist denkbar
gering. Von seinen geistlichen Vokalwerken fehlt sogar –
sieht man einmal von der Kantate «Meine Seufftzer meine
Klagen» ab – jede Spur. Zwar ist belegt, dass er zu den
Einweihungen der Silbermannorgeln in Dresden (1720) und
Rötha (1721) die Vokalmusik beisteuerte, nur ist
bedauerlicherweise die Musik nicht erhalten geblieben.
Der Kantate «Meine Seufftzer meine Klagen» zum 13.
Sonntag nach Trinitatis liegt ein Text aus Erdmann
Neumeisters erstem Jahrgang «Geistliche Cantaten statt
einer Kirchen-Music» zugrunde. Die einzige erhaltene
Quelle, eine handschriftliche Partitur, stammt aus dem
Bestand der sogenannten Sammlung Bokemeyer und wurde von
Georg Österreich nach 1708 in Braunschweig
angefertigt.
De-Tempore-Bestimmung: 13. Sonntag nach
Trinitatis
Der Text der Kantate bezieht sich inhaltlich auf Lukas
10, 25–37 (Gleichnis vom barmherzigen Samariter), dem
Evangelium des 13. Sonntags nach Trinitatis.
Zur Mitwirkung des Chores:
Die handschriftliche Quelle macht an keiner Stelle
Angaben zur Ripieno-Verstärkung der Singstimmen, es ist
jedoch durchaus denkbar und sinnvoll, die Tutti-Passagen
chorisch auszuführen.
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