MFN 005

MUSIKDENKMÄLER DER FRÜHEN NEUZEIT BAND 5

Johann Helmich Roman (1694-1758)
«Cantata in einer Taffel-Music»
Zum Antritt des 1727 Jahres
beÿ der Königl. Taffel Abgesungen.

Kantate für Soli (CB),
[2 Oboen, Fagott,] Flöte, 2 Violinen, Viola und Basso Continuo

Text: Major von Köppen
herausgegeben von Cosimo Stawiarski
Aufführungsdauer ca. 20 Minuten
50 Seiten Notenteil, 8 Seiten kritischer Apparat

Best.-Nr.: MFN 005; € 50,-- (Partitur, Hardcover)
Best.-Nr.: MFN 005TP; € 30,-- (Taschenpartitur, Paperback)


Johann Helmich Roman, Sohn eines schwedischen Hofmusikers und einer deutschstämmigen Mutter, entwickelte schon sehr früh ein reges musikalisches Interesse. Es heisst, er habe bereits im Alter von sieben Jahren seine ersten Auftritte als Violinist am schwedischen Königshof absolviert. Im Jahr 1711 wurde er schliesslich als ständiges Mitglied der Hofkapelle fest eingestellt. Aufgrund seines besonderen Talents erlaubte ihm der schwedische König höchstpersönlich, in den Jahren 1716 bis 1721 eine Bildungsreise nach England durchzuführen, um sich mit dem «modernen» Musikgeschmack vertraut zu machen. Hier wurde Roman von John Christopher Pepusch unterrichtet und kam mit den berühmtesten englischen und italienischen Musikern in Kontakt, die seinen Kompositionsstil nachhaltig beeinflussten. Nach seiner Rückkehr nach Schweden im Jahr 1721 wurde Roman zum Vize-Kapellmeister ernannt und avancierte 6 Jahre später zum Hofkapellmeister. Aufgrund eines fortschreitenden Hörleidens setzte er sich 1745 zur Ruhe und verbrachte seinen Lebensabend in Haraldsmåla nahe Kalmar, im Süden Schwedens.
Die hier erstmals im Druck vorliegende Neujahrskantate entstand nur wenige Wochen vor der am 23. Januar 1727 erfolgten Ernennung Romans zum schwedischen Hofkapellmeister. Während die Ouverture noch sehr stark englische Vorbilder erkennen lässt (eine interessante Entsprechung findet sich in der Ouverture zur Ode «Orpheus and Euridice» von William Hayes), präsentieren sich die Arien schon sehr fortschrittlich. So werden erste und zweite Violine, sowie Viola und Bass über weite Strecken unisono geführt, eine für die 1720er Jahre sehr moderne Schreibweise, die Roman als einen innovativen Komponisten ausweist, der sich auf der Höhe seiner Zeit befindet. Insgesamt ist diese Kantate ein lebendiges Beispiel höfischer Gebrauchsmusik des 18. Jahrhunderts und hat es durchaus verdient, der Musikpraxis wieder zugeführt zu werden.


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