Geistliche Cantaten
«Soll ichs kürtzlich aussprechen / so sieht eine Cantata nicht anders aus / als ein Stück aus einer Opera, von Stylo Recitativo und Arien zusammengesetzt.»
Mit diesem Satz resümierte Erdmann Neumeister im
Vorwort zu seiner 1704 erschienenen Sammlung
«Geistliche Cantaten statt einer Kirchen-Music»
(nebenstehend das Titelblatt des Nachdrucks von 1708)
kurz und knapp die von ihm eingeleitete Reform der
protestantischen Figuralmusik, die die kirchliche
Musikpraxis Nord- und Mitteldeutschlands nachhaltig
beeinflussen sollte. Die von Neumeister eingeführten
Neuerungen wurden von seinen Zeitgenossen begeistert
aufgenommen und liessen die geistliche Kantate innerhalb
kürzester Zeit zur einzig gültigen Form
gottesdienstlicher Gebrauchsmusik avancieren. So ist es
denn auch nicht verwunderlich, dass uns die erste Hälfte
des 18. Jahrhunderts eine nahezu unüberschaubare Menge an
Kantaten hinterlassen hat, die – mit Ausnahme der Werke
Johann Sebastian Bachs – zum grössten Teil heute völlig
unbekannt sind. Es ist das erklärte Ziel unserer nach dem
wegweisenden Neumeister-Druck benannten Editionsreihe
«Geistliche Cantaten», einen Teil dieses für
Musikwissenschaftler und -praktiker gleichermassen
hochinteressanten Repertoires wieder zugänglich zu
machen.
Die einzelnen Bände der Reihe «Geistliche Cantaten»
erscheinen als wissenschaftliche Urtextausgaben, erstellt
nach den Editionsrichtlinien der Edition Musica Poetica
und sind sämtlich in Partitur und Stimmen sowohl als
PDF-Datei (originale und moderne Schlüssel), als auch in
gedruckter Form (moderne Schlüssel) erhältlich.
| Bandverzeichnis | |||
| Bd. 1 | Johann Kuhnau | «O heilige Zeit» | 1. Weihnachtstag |
| Bd. 2 | Christian Pezold | «Meine Seufftzer meine Klagen» | 13. So. n. Trin. |
| Bd. 3 | Sign. Bach | «Der Herr Zebaoth» | 2. od. 20. So. n. Trin. |
| Die Reihe wird fortgesetzt | |||
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